Luc Orient (1)

So schick sah die Zukunft mal aus. In Luc Orient trafen sich der Stil der 50er mit dem Witz der späten 60er: Szenarist Greg hatte sich die etwas platte Geschichte ausgedacht, in der ein muskelbepackter Wissenschaftler den Aliens notfalls mit der blanken Faust heimleuchtet, während sein aufgeklärter Boss "Kala" und dessen "emanzipierte" Assistentin für die nötigen Sidegags sorgen. Der Eine weiß, wie Desintegration funktioniert, die Andere kann ganz doll quietschen, wenn fiese Außerirdische nach ihr grabschen. Im Großen und Ganzen ist die Serie aber ein Produkt der Völkerverständigung, auch wenn auf dem Planeten Terango praktischerweise eine zurückgebliebene Sub-Rasse lebt, die arg an die albernen Negerstämme in Tim und Struppi erinnert, die man am besten mit Schokolade füttert und ansonsten nicht ernst zu nehmen braucht. Der Zeichenstil von Eddy Paape ist dabei dem Abenteuerstil berühmter Kollegen ähnlich, wobei Paapes Strich Eleganz und Geschmeidigkeit besitzt, die noch die albernsten Bewegungen und Posen schick aussehen lassen. Paapes Zukunft sieht oft so aus wie die Innenausstattung in Tatis "Mon Oncle", seine handtellerartigen Phaser hingegen sind ähnlich schick wie die gebogenen Kleiderbügel in "Raumpatrouille Orion". In einer seiner grandiosen Hardcover-Gesamtausgaben bringt Ehapa die Serie wieder unter die Leute, der erste Band enthält die ersten vier Alben und ein ausführliches Vorwort mit vielen Skizzen und Erläuterungen zur Serie. (Ehapa Comic Collection. Köln 2011, 192 S., HC, 29,99) /// -aco-