Das ausschweifende Leben der Nylonmanns

Der Belgier Hermann Huppen ist erstens Legende und würde zweitens solch einen sexistischen Scheiß wie diesen hier oben niemals schreiben. Aber der Comic-Vater von Jeremiah, Commanche, Andy Morgan oder Jughurta ist seit Langem mit dem deutschen Werbegrafiker Hans-Michael Kirstein befreundet, der ihn dazu überreden konnte, nach seinem, Kirsteins Szenario, einen Comic zu zeichnen. Der heißt Das ausschweifende Leben der Nylonmanns, ist eine furchtbar alberne Melange aus Manara, Moebius und Hermann und wird vom Verlag mit einem üppigen Vor- und Nachwort bedacht, als habe sich Rembrandt dazu herabgelassen, einen Fix und Foxi-Band zu zeichnen. Tatsächlich ist der Comic inhaltlich wirr, vollkommen unwitzig, und wenn Herrmann keine Lust hat, kann er recht karg zeichnen. So auch hier, in dieser Dystopie, in der aufgebrachte Bürger Blondinen mit Biogemüse traktieren und wo ein Forscher mit Nylonhaar der smarten Bürgermeisterin an die Wäsche will, die Firma Bio-Genetic zur 25 Jahrfeier lädt und ein schmieriger Detektiv ...ach, es ist alles so öde. (Splitter, Bielefeld 2011, 56 S., HC, 15,80) - aco-