PATHFINDER

Schlachtplatte

Alien gegen Predator ... äh, nein: Wikinger gegen Indianer

600 Jahre bevor Kolumbus Amerika entdeckte, legtenWikinger vor der Küste Nordamerikas an. Mit roher Gewalt metzelten sie die Ureinwohner nieder. Vor lauter Eile ließen sie allerdings versehentlich den Dreikäsehoch Ghost (Karl Urban) zurück. 15 Jahre später ist aus Ghost ein Mitglied des Indianerstammes geworden. Dann geschieht das Unvermeidliche: Die Wikinger kehren zurück. Ghost steht zwischen den Fronten.
Nach dem Remake von Texas Chainsaw Massacre widmet sich Marcus Nispel erneut einer Neuverfilmung. Pathfinder war Ende der 80er ein norwegischer Abenteuerfilm. Anders als Mel Gibson, der kürzlich in Apocalypto eine ähnlich ausgerichtete Handlung mit christlicher Symbolik durchtränkte, präsentiert Nispel seine Inszenierung als schnörkellose Schlachtplatte. Die Leinwand taucht er in blasse, blaugraue Farben, die kühl und unheimlich erscheinen. Bei der Darstellung der beiden feindlichen Lager gibt kein langes Lamentieren. Hier stehen friedlichen Ureinwohner, dort blutrünstige Barbaren, die hinter ihren finsteren Helmen wie Aliens anmuten.
Pathfinder schildert den Kampf Gut gegen Böse in seiner rohen Form. Die Erbarmungslosigkeit der Wikinger wird ohne Netz und doppelten Boden präsentiert. Actionfans wird das gefallen.

Oliver Zimmermann

USA 2006 R: Marcus Nispel B: Laeta Kalogridis, Nils Gaup K: Daniel Pearl. D: Karl Urban, Russell Means, Clancy Brown, Ralf Moeller 100 Min.