P.S. ICH LIEBE DICH

Post mortem

Eine etwas alberne Komödie über das Leben nach dem Tod

Im Rahmen einer romantischen Komödie ist der Tod ein schwieriges Sujet. Richard LaGravanese, zuvor für die Drehbücher von Der Pferdeflüsterer und König der Fischer verantwortlich, wagt sich in seiner dritten Regiearbeit an das knifflige Unterfangen. Mit der zweifachen Oscarpreisträgerin Hilary Swank ( Million Dollar Baby ) in der Hauptrolle, erzählt er in P.S. Ich liebe dich eine ziemlich seichte Geschichte über den Neuanfang einer jungen Witwe.

Die Ehe von Holly (Hilary Swank) und Gerry (Gerard Butler) war intensiv, aber kurz. Sehr kurz. Denn Gerry ist bereits tot und Holly bleibt allein zurück. Die 29-Jährige fällt nach dem Tod ihres Geliebten in ein tiefes inneres Loch. Dann geschieht das Unfassbare: An ihrem 30. Geburtstag erhält sie einen Brief ihres verstorbenen Mannes, den der kurz vor seinem Tod verfasst hat. Darin kündigt er weitere Briefe an, die der trauernden Witwe helfen sollen, zurück ins Leben zu finden.

Die Form, in der sich LaGravanese den Themen Trauer, Tod und Neuanfang annähert, entpuppt sich als eher oberflächlich. So bleiben Gerrys schwere Krankheit und sein Sterben weitgehend ausgeklammert. Ebenso dringt der Regisseur nur peripher in die Trauerarbeit der jungen Witwe ein. Der Zuschauer wird stattdessen vor vollendete Tatsachen gesetzt. Gerry ist an einem Gehirntumor gestorben - Punkt.

Durch seine postumen Briefe bleibt er jedoch lebendig. Mit jedem neuen Schriftstück wird in ausgedehnten Rückblenden an die schönen Seiten von Gerrys und Hollys Beziehung erinnert. Dem Zuschauer werden viele romantische Momente vor Augen geführt, die jegliche Schwermut in weite Ferne rücken lassen.

Hilary Swank ist sichtbar unterfordert. Verzweifelt versucht sie gegen die Seifenoper-Seichtigkeit des Drehbuchs anzuspielen, wird dabei von ihren weiblichen Co-Stars allerdings rigoros ausgebremst. Swanks Filmfreundinnen Gina Gershon ( Showgirls ) und Lisa Kudrow (deren Part verflixt an ihre Rolle aus der Sitcom Friends erinnert) agieren vor dem sentimentalen Hintergrund viel zu albern. Ein bisschen mehr Mut, das Thema Tod ehrlicher und vor allem emotionaler anzupacken, hätte dem Film gut getan

Oliver Zimmermann

P.S. I Love You USA 2007 R: Richard LaGravanese B: Richard LaGravenese , Steven Rogers. K: Terry Stacey. D: Hilary Swank, Gerard Butler, Lisa Kudrow, Kathy Bates, Gina Gershon