TRENNUNG MIT HINDERNISSEN

Rosenkrieg

Eine einfallslose Ehekrach-Komödie

Zwei Jahre haben der prollige Stadtführer Gary (Vince Vaughn) und die Galerie-Angestellte Brooke (Jennifer Aniston) gebraucht, um herauszufinden, dass sie nichts gemeinsam haben. Er liebt Baseball, Hot-Dogs, Videospiele und würde am liebsten einen Billardtisch im Esszimmer aufstellen. Sie bevorzugt Ballett, Sushi und ein sorgfältig abgestimmtes Wohnambiente. Zum Krach kommt es, als die Eltern der beiden zum Essen geladen sind. Zwei soziale Universen prallen aufeinander, die nachfolgende Auseinandersetzung über den Abwasch eskaliert zu einem Trennungskonflikt. In der gemeinsam finanzierten Eigentumswohnung beginnt ein Rosenkrieg, in dem Gary seine lang unterdrückten Prollbedürfnisse (Pooltisch, Saufgelage, Stip-Poker) im Wohnzimmer auslebt und Brooke den werdenden Ex mit demonstrativen Dates eifersüchtig zu machen versucht.
Der Austausch von Gehässigkeiten könnte durchaus unterhaltsam sein, wenn die Waffen gerechter verteilt wären. Während Gary ein ganzes Arsenal an seelischen Grausamkeiten ins Drehbuch geschrieben wird, versucht Brooke schon bald das Herz des ehemals Geliebten durch harmlose Provokationen zurück zu gewinnen. Eigentlich leben solche Filme davon, dass hinter den Streitereien der Wunsch und die Gewissheit der Versöhnung lauern. Aber auch wenn Aniston und Vaughn sich bei den Dreharbeiten näher gekommen sein sollen, wünscht man dem Paar auf der Leinwand nur, dass das Eheelend bald ein Ende hat. Die moderat überraschende Schlusswendung verweigert sich dem Zwang zum Happy-End, lässt aber gleichzeitig den dramaturgischen Schlingerkurs endgültig ins Leere laufen.

Martin Schwickert

The Break-Up. USA 2006 R: Peyton Reed B:Jeremy Garelick, Jay Lavender, Vince Vaughn K: Eric Edwards D: Vince Vaughn, Jennifer Aniston, Joey Lauren Adams