ZIMMER 1408

Schrecken mit Stil

Nach einer Vorlage von Stephen King fliegen John Cusack die eigenen Ängste um die Ohren

Der leidlich erfolgreiche Schriftsteller Mike Enslin (John Cusack) ist übernatürlichen Phänomenen auf der Spur. Besonders verwunschene Gasthäuser haben es ihm angetan. Aus diesem Grund quartiert er sich auch im New Yorker "Dolphin Hotel" ein. Immerhin verbirgt das unspektakuläre Gebäude ein schauderhaftes Geheimnis: Seit 1912 sind im Zimmer 1408 bereits 56 Menschen ums Leben gekommen. Den eindringlichen Warnungen des Hotelmanagers zum Trotz verbringt auch Mike eine Nacht in dem Todeszimmer.
Die Handlung klingt platt, doch Drehbuchvorleger Stephen King weiß natürlich, wie man Ängste schürt. Zimmer 1408 ist ein Gruselthriller der alten Schule und wahrlich nichts für Zuschauer mit Klaustrophobie. John Cusack durchlebt in der Suite des Schreckens einen Albtraum. Vollkommen auf sich allein gestellt wird er mit seinen innersten Dämonen konfrontiert.
Dabei sind in Zimmer 1408 weder Geister noch Gespenster am Werk. Das Böse ist das Zimmer an sich. Aus irgendeinem Grund vermag es in die Seelen seiner Gäste einzutauchen und verborgene Urängste an die Oberfläche zu kehren. Dieses bewährte Konzept ist aus Kings Shining bestens bekannt und wird intensiv weitergeführt.
Der schwedische Regisseur Mikael Håfström ( Entgleist ) baut die psychologische Ebene der Drehbuchvorlage sorgfältig auf. Zunächst lässt er bloß ein paar Bilder verrutschen und seltsame Töne erklingen, bevor schließlich ein geradezu höllisches Inferno losbricht.
Trotz imposanter Optik spielt sich der Horror dabei vornehmlich im Kopf ab. Der Zuschauer wird gemeinsam mit dem armen Schriftsteller in das beängstigende Kammerspiel hineingezogen. Bisweilen reichen eben schlicht und einfach eine intensive Geschichte und ein starker Hauptdarsteller, um stilvoll Angst und Schrecken zu verbreiten.

Oliver Zimmermann

USA 2007, R: Mikael Håfström. K: Benoit Delhomme. B: Mike Greenburg, Scott Alexander. D: John Cusack, Mary McCormack, Tony Shalhoub, Samuel L. Jackson