ALCHEMIST

Ein Kessel Buntes

Wir erfinden Rezepte für den Zauberkessel

Diverse große Kochkessel warten darauf, von uns, den Alchemisten-Schülern, mit Zutaten bestückt zu werden. Was die Rezepte ergeben, wird nicht verraten, nur einmalig müssen sie sein, keines darf zweimal vorkommen. Bunte Holzklötzchen stehen für die Zutaten, in jeden Kessel dürfen höchstens zwei von der gleichen Farbe, diverse weitere Verbote regeln höchst einleuchtend, wie die Kessel bestückt werden dürfen. Sind wir fertig, gibt es Ruhmespunkte. Die werden am Ende mit Steinchen und weiteren Wertungsvorschriften kombiniert, bis man weiß, wer gewonnen hat.

Das ist das große Manko von Alchemist, einem hübsch gestalteten und mit einfachen Regeln versehenen Spiel, das man in knapp 50 Minuten durch hat: Man weiß am Ende zunächst nicht, wer gewonnen hat. Erst Papier und Bleistift und diverse Verrechnungs-Aktionen lassen den Sieger und den (durchaus überraschten) Verlierer erkennen. Die Verhakelung bei der Punktewertung ist ärgerlich, denn das Bestücken der Kessel mit diversen Kopier- und Auszahlungsregeln ist witzig, leidlich kompliziert und kommunikativ. Die Stimmung eines Alchemisten-Labors kommt dabei übrigens gar nicht auf. Ganz schnell hat man die Vorschriften begriffen: Zwei grüne Klötzchen im Kessel ergeben ein Graues und ein Gelbes und 7 Punkte. Dass mein Nachbar hinter seinem Sichtschirm einfach Klötzchen hortet und dadurch die gleiche Anzahl Punkte erzielt, erfahre ich allerdings erst enttäuscht am Ende.

Alex Coutts

Alchemist von Carlo A. Rossi. 2-5 Spieler, ab 10. Amigo, ca. 19,-