Anno 2070

Neben der Siedler-Reihe gehört die Anno-Serie zu den bliebtesten und erfolgreichsten Aufbauspielen. Auf freiem Gelände muss der Spieler Gebäude errichten, um ein florierendes Wirtschaftssystem zu produzieren. Clou beider Spiele ist es, jeweils eng beieinander liegende Warenkreisläufe zu erschaffen, damit etwa das Korn schnell in die Mühle und von dort zum Bäcker gelangt. Beide Spiele bevorzugen dafür ein etwas altertümliches Setting, wobei Die Siedler in einer undefinierten Vergangenheit spielten, während Anno immer schon im Titel angab, dass es seine Szenarios zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert ansiedelt. Anno 2070 hat also das Geschehen in die Zukunft verlegt, wie der Titel angibt, und was die Spielmechanik betrifft, ist das nicht schlecht gelungen. Jetzt geht es um Ökologie und Erdölausbeutung, die Gebäude haben ein diffus futuristisches Design erhalten (und sind jetzt sehr schwer unterscheidbar) und das Spiel bewegt sich nicht nur auf den Anno-typischen Inseln sondern geht jetzt auch ins Meer, wo auf Unterwasserfarmen Güter produziert werden. Optisch ist das alles überwältigend anzuschauen, die Atmosphäre ist dabei eher kalt geworden. Das Gefühl, seinen Bürgern eine Stadt zu bauen (und sie später auch in Kriege gegen Konkurrenten zu schicken) ist einem Produktionsstress gewichen, der zwar durch unmotivierte Ausrufe wie "Uns geht es so gut hier!" der Bewohner aufgelockert werden sollen, aber das alles wirkt eher so, als hätten sich die Sims in eine Wirtschafts- und Verkehrssimulation verlaufen. Den Fans war das egal. Anno 2070, im November erschienen, war einer der Game-Verkaufshits des Weihnachtsgeschäftes, trotz einer eher fummeligen Online-Aktivierung. Aber ähnlich wie bei der die Modernisierung der Siedler hat Anno Charme gegen Optik eingetauscht.

-aco-

Anno 2070 Für PC, Windows 7, Vista, XP CPU: Pentium DualCore 2 GHz oder vergleichbar; Hersteller: Ubisoft