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KOLONIALWAREN
Handel & Wandel Endlich loben wir »Puerto Rico« und seine Folgen Gestern kramte die erweitere Spielplatz-Redaktion zum Zeittotschlagen Puerto Rico heraus, das uns beim ersten Erscheinen 2001 als viel zu kompliziert erschien. Schwerer Fehler, es war nur vielschichtig. Dafür loben wir heute mal, schon Wochen vor dem Erscheinen, den kleinen Bruder San Juan. Das ist ein Kartenspiel in der Puerto Rico-Welt, das dieselben Prinzipien etwas vereinfacht verwendet, die dem Original den Deutschen Spielepreis 2002, einen beachtlichen Auslandserfolg und jede Menge Aufmerksamkeit in Chats und Foren der Heavy-User einbrachte. Einschließlich einiger nur virtuell lieferbarer Ergänzungen und Erweiterungen zum Selberbasteln (bei www.aleaspiele.de), einer Umsetzung als reine Online-Version (bei www.brettspielwelt.de) und einer privaten 2-Personen-Fassung der Gütersloher Pöppelkiste (www.poeppelkiste.de). Überall geht es scheinbar bloß darum, so geschickt Plantagen, Werkstätten und Vermarktungs-Büros anzulegen, dass die Wertschöpfungsketten im frühen Kolonialwarenhandel keinen Knoten kriegen. Über allem aber regiert die Besonderheit, dass ein Spieler pro Runde eine "Rolle" wählt, die allen Spielern vorschreibt, was zu tun gerade nur möglich ist (etwa: Land gewinnen, Ernten einbringen, Märkte beschicken, Transporte abfertigen). Ein halbes Dutzend solcher einfacher Mechanismen greift so sauber und clever ineinander, dass 3-5 Spieler gern 2-3 Stunden dabei bleiben. Um dann gleich nochmal spielen zu wollen, um eine "sichere" Strategie zu entwickeln. Wer sich auch jetzt noch nicht an die 30 Minuten Puerto Rico-Regellektüre traut, sollte unbedingt versuchen, sich mit San Juan auf den Geschmack zu bringen. WING Puerto Rico / San Juan von Andreas Seyfarth. Ravensburger Spiele, 3-5 / 3-4 Spieler |