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SCHNELLER ZUGREIFEN
Jagd auf Töpfchen In »Razzia« muss die Beute weg, bevor die Bullen kommen Zwei bis fünf Spieler dürfen bei Reiner Knizias Razzia mitmachen. Alle wollen "Beute"-Karten haben, die von einem verdeckten Stapel in die Tischmitte gezogen werden. Das können Geld und Klunker sein, aber auch Leibwächter, Diebe, Autos, Chauffeure oder Filmstudios, Casinos und so weiter. Manchmal tauchen dabei auch Polizisten auf, und wenn davon 7 beisammen ist, ist Razzia und die ganze Beute futsch. Bis dahin kann man in einer seltsamen Versteigerung um sie rangeln: bis zu 15 Schecks mit aufsteigenden Werten ab 2.000 reihum auf ein Häufchen pro Spieler verteilt (bei 5 Spielern sind dann im ersten die Werte 2,7,16 usw.), ein 1000er Schecks kommt in die Mitte, die Häufchen werden zufällig verteilt. Zum Steigern bietet man einen seiner Schecks, der höchste gewinnt, wird mit dem Scheck in der Mitte getauscht und der Sieger nimmt alle Beutekarten in die Auslage vor sich. Falls dabei Diebe sind, kann er die, statt normal zu ziehen, gehen offene Beutekarten tauschen. Oder er ordnet eine Zwangsversteigerung an, bei der vorne nicht gezogen wird und hinten der letzte einen Scheck setzen muss. So versucht man, wertvolle Töpfe zu ersteigern, den Gegnern hohe Schecks wegzubluffen, und die eigene Auslage Rommée-mässig so zu gestalten, dass sie im Razzia-Fall viel wert ist: ein Auto mit Chauffeur etwa gibt einen Punkt, die meisten Leibwächter bringen 5 plus, die wenigsten 2 minus und derlei Kombinationen mehr. So wird der Topf, der nie mehr als 7 Karten enthalten darf, schnell für jeden unterschiedlich viel wert, und fast jeder hat fast immer die falsche Scheck-Stückelung, um sicher seinen Schnitt zu machen. Je mehr Polizisten ausliegen, desto riskanter werden die Operationen, und mehr als 3 mal kann man eh nicht bieten, weil "gewonnene" Schecks verdeckt in die Auslage kommen. Noch zwei mal geht es auf die Art herum (vorher Schecks aufdecken!), bis am Ende auch die erbeuteten Geschäfte und die Schecks mit in die Wertung kommen. Das sorgt dafür, dass man bis zum Schluss nur ahnt, wer am Ende vorne liegt, und trotzdem jederzeit vollinformiert seine Chancen kalkulieren kann. Sehr reizvoll. Nur die Spielregel sollte umgeschrieben werden: das Spielziel gehört nach vorne, damit der Spaß nicht schon beim Vorlesen in den Winkeln der Taktik verschwindet! WING Razzia von Reiner Knizia. Amigo, 2-5 P., ca. 10.- |