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NOTTINGHAM
Hau den Nachbarn Ein Kartenspiel für miese Charaktere Im Städtchen Nottingham nähert sich die Amtszeit des Sheriffs ihrem Ende. Um sich den Posten ein weiteres Mal zu kaufen, benötigt der Amtsinhaber dringend Geld. Zeit also, sich die Beute zurückzuholen, die einst Robin Hood widerrechtlich an die Bevölkerung verteilt hat. Die Spieler verdingen sich dabei als unsympathische Büttel. Wer die größten Einnahmen für die Kasse des Sheriffs macht, gewinnt. Notdürftig als Steuererhebung getarnter Straßenraub beherrscht die Szenerie. Doch die Zeit drängt und man macht sich so seine Gedanken: Warum eigentlich mühsam die Bevölkerung auspressen, wenn sich Einnahmen weit effektiver generieren lassen, indem man kurzerhand den Kollegen überfällt? Vor diesem Hintergrund entwickelt sich ein unterhaltsames Kartentausch- und Sammelspiel. Um Punkte zu gewinnen, muss man Drillinge einer Kartensorte ergattern und ablegen, etwa drei Perlenketten oder drei Goldbarren. Noch wertvoller sind bestimmte Kombinationen. Wer am Zug ist, erhält eine offene Karte. Die zeigt sowohl eine Aktionsmöglichkeit als auch einen Wertgegenstand. Kann man das Kleinod nicht brauchen, nutzt man statt dessen die Aktion und darf nun der Konkurrenz eine Karte klauen, einen ungünstigen Tausch aufzwingen oder frisch gesammelte Drillinge wieder auseinander pflücken. Jedes zielgerichtete Sammeln wird ebenso zielgerichtet sabotiert. Der Einfluss aufs Geschehen ist nicht sonderlich hoch, doch "Nottingham" beweist, dass kleine Gemeinheiten ziemlichen Spaß machen können. Und auf der Seite der Guten ist man dann ja bestimmt wieder im nächsten Spiel. Udo Bartsch Nottingham von Uwe Rosenberg. Abacusspiele, 3-7 P., ca. 12,- |