RATEN MIT KARTEN

Memory- Effekte

»Bakerstreet« ist ein Bluff mit Tücke

Der erste Bluff ist schon mal der Name: mit Sherlock Holmes und London im Nebel hat Bakerstreet rein gar nichts zu tun. Obwohl die Detektivkärtchen (je 30 für Holmes und Watson mit den Werten 0 bis 5) und Beweiskärtchen (40 mit den Buchstaben A bis T) das verfehlte Thema sehr hübsch illustrieren. Es geht eher um Pokern mit Gedächtnis-Stütze und gemeinen Fallen. Beide Spieler (Bakerstreet gehört in die neue "fun for 2"-Reihe der Ravensburger) tauschen Runde für Runde 1 von 3 Handkarten aus (1 Zug-, 5 Abwurfstapel) und "schätzen", wie viele Punkte beide zusammen auf der Hand haben. Da man immer mindestens 1 höher "bieten" muss, sagt irgendwann wer "sehen" statt zu ziehen. Oder man wirft eine hohe Karte ab, um unter dem Gegner durchzutauchen. Denn wer mehr gesetzt hat als da ist, verliert. Der Sieger wertet einen der 5 Abwurfstapel aus (für Holmes zählen Holmes-Karten, für Watson die anderen), der Sieger darf sich eine "Beweiskarte" vom zugehörigen Beweisstapel aussuchen. Ein paar Sonderegeln machen die Auswertung intereressanter, aber wer sich partout nicht merken kann, wer was wann wo hin legte, hat eh keine Chance. Auch muss man sich merken, welche Buchstaben in welchem Beweisstapel lagen, denn eigentlich gewinnt, wer als erster 7 Buchstaben in aufsteigender Reihe hat. Eine Strasse, die Baker-Strasse wohl.

WING

Bakerstreet. Von Marcel-Andre Casasola Merkle. Ravensburger, 2 P., ca. 10.-