SIEDELN WELTWEIT

Würfel-Ahnen

Das »Abenteuer Menschheit« erobert die Erde

Sowas hat die Welt noch nicht gesehen: ein deutsches Spielprinzip hat mit zig Erweiterungen und Neben-Entwicklungen nicht nur den internationalen Markt für sich gewonnen und neue Spieler-Typen für sich begeistert (typische "Siedler" fassen normale Brett-Spiele gar nicht an), sonder darf auch noch eine Illustrierten-Story-Serie begleiten. Ein Klon, wer Schlechtes dabei denkt.

Klaus Teuber, Erfinder der originalen Siedler von Catan, schiebt nun das Abenteuer Menschheit im Auftrag des stern nach. Und liefert sogar für erfahrene Siedler neue Reize. Die 3-4 Spieler (schade, 5 und 6 wären im Prinzip möglich - da hat wer am Material gespart) hocken am Beginn der Zeit als Stämme in Afrika herum. Per Würfel ernten alle Rohstoffe von den Feldern ihrer Nachbarschaft, mit den richtigen Rohstoffen schicken sie neue Kundschafter aus, entwickeln ihre Zivilisationstechniken weiter oder wandeln ihre Kundschafter in neue sesshafte Stämme um. Und erstaunlich: obwohl in jeder Runde fast immer dasselbe passiert, springt der Funke doch immer wieder aufs neue über. Zusatzregeln beeinflussen die Ernte, ein paar im Prinzip überflüssige Ereignis-Felder lenken das Spielgeschehen in die anthropologisch korrekten Bahnen (aus Afrika nach Europa, über die Beringstraße, zum zweiten Stern links und dann immer schön geradeaus) ...

Wer die Siedler liebt, wird das Abenteuer mögen - aber nicht unbedingt brauchen. Die Anpassung ans Thema ist etwas brachial, aber gelungen, die Reduzierung der Handels-Komponente (bei 4 statt 5 Ressourcen-Typen gibt's weniger Not im einzelnen) macht das Spiel schneller, und der feste Plan (statt der stets neu zusammengesetzten Ernte-Landschaften) macht das Abenteuer auch für normale Spieler leicht zugänglich.

WING

Abenteuer Menschheit. Von Klaus Teuber. Kosmos. 3-4 P., ca. 30.- EU