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KARTEN-DUELL
Keile für den Kardinal »Richelieu und die Königin« braucht Mehrheiten Kartenspiele zur Hebung der Kampfmoral kennen wir aus der wirklichen Welt. Dieses hier könnte Alexandre Dumas seinen Musketieren gegeben haben, wenn je zwei auf ihren dritten warten. Michael Schacht jedenfalls hat seine Kartenspielversion zu seinem Brettspiel Kardinal und König jetzt strikt als Duo angelegt: dort Jean du Plessis, der intrigante Kirchenfürst, hier Maria von Medici. Oder einfach nur 2 Parteien, die über ein Frankreich aus 48 Spielkarten streiten, zufällig zwischen ihnen offen ausgelegt in vier Reihen. Auf den Karten zeigen Wappen eine Provinz an und Symbole deren Stärke in Militär, Klerus oder Politik, und acht verdeckte Spiel-Marker liegen auch noch irgendwo drauf. Der Kampf beginnt. Abwechselnd dürfen die Spieler 1-2 Karten vom Feld nehmen, aber nur vom Rand weg, und 2 nur wenn sie von einer Farbe sind. Dafür legt man einen Besitz-Marker (es gibt nur je 3) ins Feld, wo dann der Gegner fürs Nehmen mit einem seiner Besitz-Marker zahlen muss. Die verdeckten Plättchen werden einfach mitkassiert und verändern am Ende die Auswertung. Bei der geht es, man ahnte es längst, um Mehrheiten. Wer die meisten Wappen einer Provinz hat (evtl. plus Plättchen), kriegt seine Zahl als Pluspunkte, der Verlierer kriegt nichts, wer aber gar nichts hatte kriegt 5 Miese. Das gleiche noch mal mit den Macht-Symbolen und fertig. Das reichte zu einer sehr hohen Platzierung beim Spiel des Jahres, und es funktioniert auch schnell und einleuchtend wie Bauernskat. Alle Regeln greifen schön ineinander, Kurz- und Langstrecken-Strategien (nehm' ich dies, dann nimmt er das) blockieren sich aufs herzallerliebst. Obwohl fast alles berechenbar ist, grübelt sich doch keiner ein Bein ab; und obwohl die 10% Zufall etwas draufgestreut wirken, gibt der Unterlegene nicht dem blöden Plättchensitz die Schuld. Nett. WING Richelieu und die Königin von Michael Schacht. Ravensburger 2 P., ca. 11.- |