CHERRY GHOST
Beneath This Burning Shoreline
Heavenly Recordings / Cooperative Music

Simon Aldred singt zwar nicht mit tiefem Timbre wie Nick Cave, aber wie der Australier zelebriert auch der englische Sänger und Songschreiber in bester Gothic-Tradition in seinen Liedern Dramen über Liebe und Tod, Sünde und Vergebung. Er schwelgt wie ein klassischer Crooner in Mörderballaden, etwa im von schimmernden Streichern getragenen "We Sleep On Stones", leidet mit gefallenen "Helden", die vor den Scherben ihres verpfuschten Lebens stehen oder begibt sich in den Kopf eines Missbrauchopfers. Während Cherry Ghosts erstes Album "Thirst For Romance", das in England 2007 zum Top-10-Überraschungserfolg avancierte, noch ein reines Solowerk war, hat Simon Aldred den Nachfolger nun mit Band eingespielt. Aus dem leichtgewichtigen Indierock des Debüts ist opulenter, zauberhaft melodischer Breitwandpop geworden, der zwischen den psychedelischen Britpop-Hymnen der Doves, Coldplays Passionselegien, dem Pathos der Tindersticks und dem Schlaumeier-Pop von The Divine Comedy eine eigene Nische findet.
Volkard Steinbach