EELS
Tomorrow Morning
Cooperative Music / Universal

Bei seinem letzten Album, der vornehmlich akustischen Heimarbeit "End Times", war Mark Oliver Everett am Boden, ausgelaugt von einer gründlich schief gelaufenen Beziehung und zudem frustriert über eine stetig unerfreulicher werdende Welt. Und nun die Überraschung: Everett ist wieder obenauf und fühlt sich gleich schon zu Beginn des neuen Albums, das mehr als von den Eels zuletzt gewohnt mit elektronischen Beats, Synthies und Keyboards aufwartet, frei und unbeschwert wie ein Kolibri. Kaum zu glauben, aber Everetts drittes Album innerhalb eines Jahres - angefangenen hatte er mit dem ruppigen Garagenblues von "Hombre Lobo" - ist das antidepressivste Werk der Eels seit 14 Jahren. Ein neuer Anfang, wie Everett selbst sagt, mit zärtlichen Liebesliedern, selbstironischen Popsongs, weltumarmenden Barock-Pop-Balladen und jeder Menge prägnanter Refrains. Bei allen neuen Glücksgefühlen, klingt "Tomorrow Morning" gleichwohl vertraut wie ein guter Freund. Selbst die Songs mit Streicherarrangements wecken noch angenehme Erinnerungen an Everetts geniales Projekt von 2005, die "Eels with Strings".
Volkard Steinbach