GANGLIANS
Monster Head Room
Souterrain Transmissions / Universal

Lust auf Sommer, Sonne, Strand-Feeling? Dann ist man bei den Ganglians aus Sacramento an der richtigen Adresse. Zumindest bei den ersten vier Stücken ihres Albums: Mit vollmundigem Chören und jubilierende Gesangharmonien, die ähnlich euphorisch klingen wie bei den Fleet Foxes, liefern die Kalifornier das beste Beach Boys-Imitat der Saison. Allein, was neben aller "Wouldn't It Be-Nice"-Herrlichkeit im flotten, locker-leichten Indiepop-Sound fehlt, ist der letzte melodische Kick. Während man sich noch darüber wundert, warum die Refrains einfach nicht zünden wollen, hat sich die Band bereits ein neues Klanggewand übergestreift. Im Überstück des Albums, "Valient Brave", treten die Ganglians plötzlich als Sixties-Folkrocker mit psychedelischen Ambitionen auf. In der Folge verwöhnen sie mit Acid-Folk, experimentieren mit Schreien im Dunkeln, lassen Vögel zwitschern und bauen sich aus klassischen Led Zeppelin-Riffs einen massiven Psycho-Blues, um schließlich doch wieder als Beach Boys aufzutreten. Diesmal allerdings geht der Refrain so leicht ins Ohr, dass man gleich mitsingen möchte. Geht doch! Ein verrücktes Album einer (fast) genialen Band.
Volkard Steinbach