HURTS
Happiness
Four / Sony Music

Zwei Jungs mit Faible für gut sitzende Anzüge sind arbeitslos und verzweifelt. Sie beschließen, ein 80er-Musikprojekt zu gründen und gehen beim Label vorsprechen. Am Anfang des Hypes steht die Single "Wonderful Life", dazu ein ultracooles Schwarzweiß-Video. So kopiert man treffend Pop-Wave-Romantik in Anlehnung an Tears For Fears, Ultravox oder Spandau Ballet. Das Album, das nun um den Single-Hype gebaut wurde, überschreitet an zahlreichen Stellen jedoch die Grenzen des guten Geschmacks und erbricht übel klingenden Gefühlskitschschmalz vor den Ohren des Hörers, so dass Anne Gesthuysen im "ARD-Morgenmagazin" natürlich ganz aus dem Häuschen ist. Auch textlich ist das flacher als des Autors Hühnerbrust: "...and now I try to/tell you that I need you/here I am without you" usw. usf. Auf "Devotion" gluckert Kylie Minogue mit und "The Water" mit seinen dick auftragenden Streicherarrangements passt in den Abspann eines Rosamunde-Pilcher-ZDF-Dramas. Hurts hurts - also lieber die alten Spandau Ballet-Platten auspakken, bitte.
David Knollmann