THE MAGIC NUMBERS
The Runaway
Cooperative Music / Universal

Eigentlich ist alles gleich geblieben in der wunderbar altmodischen Songwelt der Geschwisterpaare Romeo und Michele Stodart plus Angela und Sean Gannon. Nach der Trennung von EMI lieben die Geschwister weiterhin den großen Pop der 60er, ergehen sich in zarten Balladen, verwöhnen mit akustisch instrumentiertem Folk-Pop und erlauben sich den einen oder anderen Ausflug in die 70er und 80er, etwa bei "Why Did You Call?", das die "Rumors"-Ära von Fleetwood Mac wachruft, oder "Throwing My Heart Away", das an die locker soulige Pop-Glückseligkeit von Prefab Sprout erinnert. Das ist alles ausnehmend hübsch wie auch die Songs, in denen es jetzt etwas lauter und rockiger zugeht, etwa "Once I Had", das mit einem Sample aus "Bela Lugosi's Dead" von Bauhaus (!) beginnt. Was für die Perfektionierung der Magic Numbers spricht, ist auch die Opulenz, mit der manche Songs arrangiert sind. Für die weit ausladenden Melodiebögen und üppigen Streichersätze zeichnete der kürzlich verstorbene Robert Kirby verantwortlich, der mit seiner Arbeit für Nick Drakes zweites Album "Bryter Layter" Popgeschichte schrieb.
Volkard Steinbach