BEADY EYE
Different Gear, Still Speeding
Beady Eye Records / Indigo

Während Noel Gallagher noch an seinem ersten Soloalbum nach dem Oasis-Split bastelt, hat sein Bruder Liam bereits Nägel mit Köpfen gemacht und einfach Oasis in Beady Eye verwandelt. Allerdings muss man sich fragen, wie sollen die "neuen" Oasis ohne ihren wichtigsten Songwriter klingen? Wie Oasis Light? Ganz so "light" sind die Songs nicht, die Liam auf seine typisch arrogant näselnde Art intoniert, nur ... hoffnungslos nostalgisch. Das hat durchaus Charme, etwa bei einigen himmelstürmenden Balladen oder beim mit vollen Riffbreitseiten auftrumpfenden Nachtreten gegen Noel, "Four Letter Word", das mit der Erkenntnis endet: "Nothing Lasts Forever". Auf Dauer ist das dann aber doch ein bisschen viel Retro: Versuche, wie Lennon zu klingen, Honkytonk-Klaviere, Keith Richards-Riffs, der "Get Back"-Klon "Standing On The Edge Of The Noise", all die Who-Anklänge in einem Song, der auch noch "Beatles And Stones" heißt. In ihm fantasiert Liam dann auch noch, dass er wie diese den Test der Zeit bestehen wird. Mag sein, dass der Wunsch für die frühen Oasis in Erfüllung geht - bei Beady Eye habe ich da so meine Zweifel.
Volkard Steinbach