THE HORRORS
Skying
Xl Recordings / Indigo

Die Verwandlung nach dem Debüt "Strange House" war ohne Frage krass. Statt weiter mit Punkrock-Explosionen wie "Sheena Is A Parasite" die Fangemeinde bei Laune zu halten, entpuppten sich die Horrors auf dem zweiten Album "Primary Colours" als leicht düstere Post-Punk-Protagonisten mit Hang zu Romantik und sphärischen Shoegazer-Sounds. Dass sie damit viele Fans verprellten, schien The Horrors wenig zu stören - ihre Plattenfirma allerdings umso mehr, weshalb das dritte Album nun auf einem neuen Label erscheint. Viel verändert hat sich dadurch indes nicht, allein die Shoegazer-Elemente sind Vergangenheit. Weiterhin setzen Faris Badwan und Co. auf melodramatischen Pomp mit üppigen Keyboards, bedeutungsschwangeren Akkordwechseln, kühlen Wave-Gitarren und pathetischem Gesang. In den besten Momenten (nur gibt es davon nicht allzu viele...) bewegen sich The Horrors auf Echo & The Bunnymen- oder Chameleons-Pfaden. Meistens jedoch erinnern sie an die Simple Minds der End-80er, allerdings ohne deren Talent für nachhaltige Melodien und hymnische Songs.
Volkard Steinbach