SOCIAL DISTORTION
Hard Times And Nursery Rhymes
Epitaph / Indigo

Drei Alben in 14 Jahren: Mike Ness und Social Distortion haben es alles andere als eilig. Aber lebende Legenden dürfen das. War "White Light, White Heat, White Trash" von 1997 wohl das beste Album der Band, so fiel der Nachfolger "Sex, Love & Rock`n`Roll" (2005) eher enttäuschend aus. Nun scheint die flächendeckend tätowierte Stilikone aus dem Orange County aber nochmal sämtliche kompositorischen Kräfte gebündelt zu haben. So legt das schöne Instrumental "Road Zombie" als Opener die Marschroute Richtung leicht abgehangen klingender, traditioneller Ami-Rock`n`Roll fest. "California (Hustle & Flow)" wartet mit einem lupenreinen AC/DC-Riff mitsamt weiblichem Backgroundchor auf, während die eingängige Single "Machine Gun Blues" als straighter Rocker um die Straßenecke biegt. Die pianogetränkte Ballade "Bakersfield" läßt sich in der Eckkneipe vollaufen und beim Hank Williams-Cover "Alone And Forsaken" verbeugt sich Mr. Ness knietief vor einem seiner prägenden Idole. Die schnörkellos druckvolle Produktion sorgt für den Rest und beim Rausschmeißer wissen wir dann: Social Distortion sind "Still Alive"...
Frank Möller