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BJÖRK
Biophilia Polydor / Universal
| Lassen wir mal den Multimedia-Ansatz, die wirren Erklärungen, die seltsamen Auftritte von Björk beiseite und konzentrieren uns auf die Musik. Die ist einerseits nicht so revolutionär, wie uns die ganze Verpackung suggerieren will, andererseits aber auch nicht so anstrengend, wie alle immer befürchten. So dürfte auch jeder Joanna Newsom-Fan die von Harfen geprägten Eröffnungsnummern ohne größeren Schaden überstehen. Nach einfachen Songstrukturen oder radiokompatiblen Mustern sucht man trotzdem vergeblich. Die meisten Songs bieten Björks Stimme viel Platz, rundherum wird geklöppelt, gezirpt, gedengelt, zum Einsatz kommen Kotos, Kirchenorgeln und die multiplizierte Stimme Björks. Das ist fast schon Feist, gemischt ein wenig Roisin Murphy und das poppigste Stück des Albums ist "Virus", ein hübsches Winterkristallspiel über die Liebe. Natürlich gibt's hier viel nervigen Quatsch, aber auch lustige Sachen wie das Outro von "Thunderbolt", mit dem man die Bassfähigkeit seiner Boxen texten kann, oder die Dubstep-Stellen in "Crystalline", bei dem die Produzenten 16bit in schönster Aphex Twin-Manier rumberserken. Karl Koch
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