LANA DEL REY
Born To Die
Vertigo / Universal

Das Ding muss mit aller Macht Nummer Eins werden, weshalb man ordentlich trickst und etwa die MP3-Version für nen 5er verramscht. Lana Del Rey hatte mit "Videogames" einen hübschen Überraschungshit im letzten Jahr, belanglose Diskussionen über aufgespritzte Lippen und die Echtheit der Erscheinung Del Rey folgten, und nun ein komplettes Album. Der Flair aus Film Noir-Tarantino meets Nancy Sinatra mit Trash-Einschlag wird auf dem Album allerdings leider nur auf der Textebene durchgehalten. Doch düstere Geschichten von bösen Jungs und bösen Mädchen machen nur halb so viel Spaß, wenn der Song nach ödem Rihanna-Outtake klingt, Lana sich als Kindergarten-Rapperin präsentiert oder die Tracks nach abgeflachtem Mark Ronson oder Provinz-Timbaland tönen. Vielleicht war die Wahl von Emile Haynie als Produzenten, der sonst die Beats für Kid Cudi, Eminem und Kanye West schraubt, nicht wirklich eine glückliche Entscheidung. Nicht auszudenken, was ein Produzent mit Geschmack und Vision aus den Songs gemacht hätte. So bleibt nach zwei viel versprechenden Vorabsingles nur noch ein fader Nachgeschmack. Keine neue Amy Winehouse, noch nicht mal ne neue Duffy.
Karl Koch