|
BJÖRK
Volta Universal
| Sooo schwere Kost wie der Soundtrack "Drawing Restraint 9" und das A-cappella-Experiment "Medulla" ist "Volta" nicht. Björk übertreibt es auch nicht mit der Stimmbandakrobatik. Der Nervfaktor ist also erfreulich klein. Aber leicht macht sie es uns trotzdem nicht. Schon ein beschwörender Geistertanz zum Einstieg verstört mit bedrohlichen Geräuschen und fasziniert mit kunstvoller Elektronik. Gleiches gilt für das vertrackte Bläserarrangement des erhabenen "Wanderlust" und für das an Kurt Weill'sche Theaterkompositionen erinnernde "Vertebrae By Vertebrae". Richtig schön sind die beiden Duette mit Anthony, ein sakrales Liebeslied (mit einem Text aus dem Tarkowsky-Film "Stalker") sowie ein japanisch angehauchtes Poem. An Ideen für Songs und Sounds mangelt es der Isländerin also nicht. Und auch nicht an guten Mitstreitern. Timbaland als Produzent und Co-Autor sowie Mark Bell von LFO haben kräftig ihre Finger im Spiel. Doch bei aller kreativen Unterstützung, die eigentliche Regie obliegt immer Björk, die - kaum zu glauben - endlich wieder ein gelungenes Album abliefert. Volkard Steinbach |