BLOC PARTY
A Weekend In The City
V2 Records

Was live schon auffiel, hier schlägt es durch: Bloc Party werden die neuen U2. Bis zur bräsigen Stadionhaftigkeit ist es zwar noch ein weiter, weiter Weg, aber die pathetischen Hymnen für große Menschenmassen haben sie schon sehr gut drauf. Bestes Beispiel ist natürlich die Single "The Prayer", die nach kantiger Strophe - Peter Gabriel meets Drum'n'Bass - den Himmel öffnet. Und auch "SXRT", benannt nach einem Glücklichmacher, mündet in Mogwai-artiges Prachtgeböller. Dabei ist das ganze Album, wie es sich für den ambitionierten Nachfolger eines gefeierten Debüts gehört, als Konzeptwerk angelegt. Was aber nicht im Geringsten stört. Melancholisch-düster, vertrackt und so vielschichtig, dass auch Audiophile Genuss an der Musik haben, und tatsächlich das Wochenendgefühl einer Großstadt treffend, haben Bloc Party jenseits aller Hypes ein großes Ding abgeliefert.
Karl Koch