DEERHOOF
Friend Opportunity
Tomlab / Indigo

Kaum zu glauben, aber dies ist bereits das neunte Album des '91 gegründeten Trios um die japanische Frontfrau Satomi Matsuzaki. Und wieder spielen Deerhoof hier mit extremen Kontrasten. Post- und Progrock-Anleihen, gewagte Geräuschexperimente, elektronische Episoden, purer Krach, streichelzarte Pianos, avantgardistisch Symphonisches - an Einfällen für musikalische Kapriolen mangelt es der Band ebenso wenig wie an Klangerzeugern. Da werden heftigst die Gitarrensaiten geschlagen, unzählige Perkussionsinstrumente bearbeitet, Orgel, Trompete und Streicher aufgefahren und den Synthies quietschende Töne oder simple Melodien entlockt. Aber selbst die schrägsten Songs - und davon gibt's einige auf dem Album - gehen dank Satomis Stimme wunderbar leicht ins Ohr. Ihr charmanter Kleinmädchengesang mit dem sympathischen Akzent sorgt für unwiderstehliches Pop-Feeling.
Volkard Steinbach