H-BLOCKX
Open Letter To A Friend
X-cell Records / Universal

Sie sind nicht unterzukriegen. Drei Jahre nach dem letzten Album "No Excuses", das nach der Beinaheauflösung so was wie einen Neuanfang markierte, haben die H-Blockx ganz ungezwungen ihr 6. Album aufgenommen - in den "Gulan"-Studios im schwedischen Malmö, wo unter anderen auch Franz Ferdinand, Cardigans und Ok Go Alben eingespielt haben. Abgefärbt hat das natürlich nicht. Im Gegenteil: Henning Wehland und Co. (Gudze ist wieder mit dabei!) sind weiterhin bedingungslos im Auftrag des ROCK - geschrieben in Großbuchstaben - unterwegs. Das hin und her zwischen Funk, Metal und Rap, das die Band in den 90er so erfolgreich betrieben hat, ist längst Vergangenheit und einer treibenden, rauen Musik mit vielschichtigen Gitarren gewichen, die bei aller gebotenen Härte nie auf melodisch eingängige Strophen und - eine Spezialität der H-Blockx - sofort mitgröhlbare Refrains verzichtet. Breitbeinige Wuchtbrummer wie "Cliché" und "Here I Go Again", der Boogie-Rocker mit 70er-Aura "Countdown To Insanity" oder die metallische Hymne "I Don't Want You Like Me" sind einfach Klasse - selbst im internationalen Vergleich. Und wenn wir schon bei Vergleichen sind: auch in den ruhigen Momenten, bei den opulenten Rockballaden "Leaving" und "Open Letter To A Friend", brauchen die Münsteraner keine Konkurrenz zu fürchten - nicht einmal die Red Hot Chili Peppers.
Volkard Steinbach