JACKIE LEVEN
Oh What A Blow That Phantom Dealt Me!
Cooking Vinyl / Indigo

Seit der schottische Sänger, Songschreiber und ex-Kopf der kultisch verehrten Doll By Doll Anfang der 90er wieder auf der Bildfläche erschienen ist, veröffentlicht er beinahe jedes Jahr ein neues Album. Zuletzt gelang ihm mit "Elegy For Johnny Cash" sogar eins seiner besten. Der Nachfolger fällt hingegen stark ab. Statt wie gewohnt Pop- und Rock-, Soul- und Folk-Zutaten zu melodramatischen Songs zu verdichten, setzt Leven auf klassischen Blues, mal simpel und spartanisch, mal rockorientiert a la frühe Canned Heat. Neben Nichtigkeiten wie "I've Been Everywhere", in dem er alle deutschen Städte aufzählt, die er schon mal bespielt hat, gibt es wenig Gelungenes, etwa eine Liebeserklärung für die 1979 verstorbene Singer/Songwriterin Judee Sill sowie einen akustischen Nachruf auf Kevin Coyne. Nur leider war es das an bewegenden Balladen. Im Anschluss überlässt Leven das Feld Kollegen wie Phil Murphy, der Synthiepop beisteuert. Überflüssig!
Volkard Steinbach