HAPPY MONDAYS
Uncle Dysfunktional
Sanctuary / Rough Trade

1988 waren sie neben den Stone Roses und Primal Scream die vielversprechendste neue Band der Insel. Ihr zweites Album "Bummed" trat mit einem Mix aus Psychedelic-Rock und Dance die Rave-Welle los. Leider ging es nach dem Klassiker "Pills'n'Thrills & Bellyaches" von 1990 rasch bergab mit der Band und ihrem "Madchester"-Sound - auch wegen der massiven Drogenprobleme von Shaun Ryder. Zwar fing sich der Sänger Mitte der 90er wieder, aber seine neue Band Black Grape konnte verlorenes Terrain nicht wettmachen. Vielleicht gelingt ihm das nun mit den neu formierten Happy Mondays. Denn die knüpfen mit ihrem Comeback-Album konsequent dort an, wo sie vor 15 Jahren aufgehört haben, bei schwer groovendem Acid-Dance-Rock mit gut dosierten Zutaten aus Funk, Soul, Trance, Ethno und Hip Hop. Selbst Ryder nölt wieder herrlich großmäulig und gelangweilt wie Anfang der 90er. Komischerweise klingt das Feuerwerk aus donnernden Gitarrenschleifen, ekstatischen Rhythmen, beissender Elektronik und hypnotischen Wunderkerzen- und Räucherstäbchen-Momenten kein wenig verstaubt!
Volkard Steinbach