TURIN BRAKES
Dark On Fire
Labels / Emi

Das Duo aus dem Süden Londons, das im Lauf der kurzzeitigen Welle "Quiet Is The New Loud" Popularität erlangte, klingt auf seinem neuen Album wieder etwas üppiger als zuvor. Vor elektrischen Gitarren, Bass, Schlagzeug und unverfälschtem Rock hatte das Sänger/Songwritergespann auch schon früher keine Angst, ebenso wenig wie vor großen Gefühlen. Deshalb waren sie oft auch gar nicht so weit entfernt von Travis oder Coldplay. Jetzt, mit der eigenen Tourband im Rücken, zudem mit Streichern, Orgel und drängenden Melodien en masse, machen Ollie Knights und Gale Paridjanian Starsailor Konkurrenz. Vor allem das Schwelgen des Sängers drängt den Vergleich zu James Walsh förmlich auf. "Dark On Fire" ist aber nicht nur großer Gefühlspop, sondern auch Rock, manchmal mit seltsam altbackenem 70er-Jahre-Geschmack. Höhepunkte sind die countryeske Ballade "Other Side", die Rolling Stones-"Wild Horses"-Blaupause "Bye Pod" und das Titelstück mit Streichern, bewegendem Gesang und wundervoll transparenten akustischen Gitarren. Hier ist sie dann wieder in Vollendung, die Macht der Stille über den Lärm.
Volkard Steinbach