SUZANNE VEGA
Beauty And Crime
Blue Note / Emi

Dass sie viel Zeit zwischen ihren Veröffentlichungen verstreichen lässt, ist nichts Neues. In 11 Jahren sind gerade mal drei Alben erschienen. Umso schöner, dass die Zeit weder ihrer Art des Songschreibens noch ihrer Stimme etwas anhaben kann. Suzanne Vega klingt wie Suzanne Vega! Und wie so oft seit ihrem Debüt von 1985 erzählt sie auch auf "Beauty And Crime", ihrem ersten Album für das Jazzlabel "Blue Note", Geschichten über und aus New York. Ihre intelligenten Poesien, die sich nie wie Liedtexte lesen, kleidet sie in moderat modern arrangierte Folkpop-Songs und sanft melancholische Akustikskizzen, die im Fall von "New York Is A Woman" und "Edith Wharton's Figurines" an Village-Traditionen anknüpfen. Bei allen Deja Vus, die die kurzen Songs (das ganze Album ist nur 35 Minuten lang) heraufbeschwören, gibt es aber auch Ungewohntes zu entdecken, etwa entspannte Cocktail-Stimmungen, rhythmisch arrangierte Streicher und Rockriffs in Lou Reed-Manier.
Volkard Steinbach