BECK
Modern Guilt
Xl Recordings / Indigo

Beck Hansen, ein Hans Dampf in allen Stilen. Das ist, wenn man so will, sein Markenzeichen seit er den "Loser" mimte. Sein jüngster Coup: Zusammen mit einem Bruder im Geiste, dem Bastard-Pop-Erfinder Danger Mouse (Gorillaz, Gnarls Barkley) als Co-Produzent an seiner Seite, begibt er sich auf eine Zeitreise tief in die 60er Jahre und zitiert mit authentischen Sounds und Samples, Gitarren, Chören und entsprechend getunetem Leadgesang die Blütezeit von Beat, Folk- und Psychedelic-Rock. Tatsächlich darf man die ersten vier Songs als geniale Hommages an Byrds, Love, Jefferson Airplane, die späten Monkeys und Beach Boys auffassen. Leider verlässt Beck, mit Ausnahme von "Walls", einer Space-Folk-Wundertüte á la Eels, in der zweiten Albumhälfte diesen nostalgischen Pfad wieder und langweilt mit knarzigem Rock, stumpfem Drum'n'Bass und einer öden Schnarchballade. Musste das sein?
Volkard Steinbach