MARY J. BLIGE
Growing Pains
Geffen / Universal

Dieter Bohlen meckerte kürzlich an der "oldfashioned Divenhaftigkeit" einer DSDS-Kandidatin herum. Was der Unsympath wohl erst zum 12. Album der "Queen of R&B" sagen würde? Vielleicht: "In Eleganz erstarrt!"? Denn sowohl die krassen Lebenskrisen als auch die Anleihen beim Hip Hop liegen bei Mrs. Blige schon ein Weilchen zurück. Jetzt gilt es nur noch, davongetragene Wunden aus Geschäfts- und Schlafzimmern in wohltemperierte Balladen umzusetzen. Etwa in "Hurt Again" oder "Work In Progress (Growing Pains)" - allesamt von Marys unnachahmlich voller und in die Tiefe seufzenden Stimme dominiert. Perfekter Radiosoul für die Ü30-Generation. Leider ist es aber auch schwer vorstellbar, dass ein Teenie mit Rihanna im iPod dazu jemals sein "sexy Back" schütteln würde. Da können auch Gäste wie Rapper Ludacris nichts mehr retten - Mary J. Blige droht langsam zur Barbara Streisand ihres Genres zu werden.
Frank Krings