BLOC PARTY
Intimacy
Wichita / Universal

Bislang zählten Bloc Party zur Speerspitze der New Wave Of British Rock, zu Bands wie Arctic Monkeys, Kaiser Chiefs, Maximo Park und The Kooks. Doch damit ist nun Schluss. Mit Ausnahme der rasanten, punkgefärbten Indierock-Hymne "Halo" klingt hier nichts mehr wie zuvor. Dies beginnt gleich mit dem aggressiven Opener "Ares", dessen chaotisches Durcheinander von Raps, Geschrei, Beats und schrillen Gitarren an die Beastie Boys erinnert, setzt sich in der sphärischen, Joy Division ("Decades") zitierenden Ballade "Biko" und im sanften, von Glockenspiel und Mbira getragenen "Signs" fort und gipfelt im faszinierenden Experiment "Zephyrus" mit Amphex Twin'schen Electro-Sounds, Breakbeats und einem Ruf- und Antwortspiel mit modern arrangiertem Chor. Wenn auch nicht alles an dem bereits vorab im Internet veröffentlichten Album der Briten gelungen ist, die Flirts mit Drum'n'Bass und Electro-Wave etwa, ist "Intimacy" mit seinen aufgeputschten R&B-Verweisen wie im wütenden "Mercury" ein mutiger Schritt nach vorne, raus aus der Langweiler-Falle des Indierocks britischer Färbung.
Volkard Steinbach