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FETTES BROT
Strom Und Drang Fettes Brot Schallplatten / Indigo
| Die halbalten Herren des deutschen Hip Hop schaffen's doch immer wieder. Und so hieven sie selbst einen brutal nervigen Club-Kracher wie "Bettina", der sich schwer bei Fanta Viers "Ernten Was Wir Säen" und Deichkind bedient - zacki - mitten zwischen Kuschelhasen und Heinzmanns in die deutschen Top Ten. Muss man erst mal können. Und auch sonst geben sich die im realen Leben durchaus gesetzten Herren angriffslustig wie schon lange nicht mehr. Reggaeton, Elektro, Old School-Hip Hop, 60s-Beat, alle Musikstile werden mit teenagerhafter Emphase bei den Hörnern gepackt und duchgelümmelt, dass der Pauker durch die Decke kracht und die Kuh übern Deich fliegt. Doch neben all dem Spaß merkt man den Dreien an, dass ihnen das derzeitige Hip Hop-Treiben in Deutschland mächtig gegen den Strich geht. Und so wird "Strom Und Drang" zum Manifest des bürgerlichen Hip Hops der 90er, zum Plädoyer für Spaß, Gedanken und Witz in Musik und Wort. Dabei helfen Gäste, wie Mieze von MIA und Bernadette La Hengst. Nur Pascal Finkenauer, den Xavier Naidoo des Nordens, könnten sie endlich mal aufhören zu protegieren. Karl Koch |