JOAN AS POLICE WOMAN
To Survive
Echo / Pias

"Real Life", das Solodebüt der zuvor vor allem als vielbeschäftigte Violinistin und Pianistin (Lou Reed, Sheryl Crow, Dave Gahan, Antony And The Johnsons, Hal Wilner) bekannten Joan Wasser alias Joan As Police Woman war mit seiner Mischung aus dunklen Balladen und modernen Torch-Songs eine kleine Sensation. Ähnlich, wenngleich mehr in Richtung Jazz tendierend, ist auch das zweite Album konzipiert, das die Sängerin und Songschreiberin aus Maine mit Rainy Orteca (Bass) und Parker Kindred (Schlagzeug) aufgenommen hat. Die fast klassische Barjazz-Besetzung, mit der die Sängerin sehr berührend emotionale Untiefen auslotet, wird gelegentlich durch Gitarren, Blas- und Streichinstrumente ergänzt. Das erweitert nicht nur den musikalischen Horizont in Richtung schwärmerischem Pop, sondern hellt auch die dunkle Stimmungslage auf. Richtig ausgelassen wirkt Joan As Police Woman gleichwohl nur einmal - bei der üppigen Revue-Nummer "To America", einem extravaganten Duett mit Rufus Wainwright in Bestform.
Volkard Steinbach