I AM KLOOT
Play Moolah Rouge
Pias

"Moulah Rouge" heißt das Studio, in dem das Trio aus Manchester sein viertes Album eingespielt hat. I Am Kloot hätten aber auch einfach einen Club mieten können, denn viel an ihrem Sound herumgedoktert haben sie nicht. Im Gegenteil: Die Band klingt meistens so direkt und unverfälscht wie bei ihren Konzerten. Die Gitarren knarzen, Schlagzeug und Bass ziehen leicht rumplige Schlieren und brüchige Rockstücke scheinen jeden Moment in Jam-Sessions überzugehen. Das erinnert manchmal, etwa beim melancholischen, von souligen Orgelklängen begleiteten "Chaperoned", an den schwankenden Rock von Element Of Crime. Und auch Johnny Bramwells mit angerauter Stimme intonierten metaphernreichen Texte, die von nächtelangen Gesprächen mit seinem verstorbenen Freund, dem Songwriter Brian Glancy, inspiriert sind, lassen an Sven Regners poetische Reflexionen über Liebe und Vergänglichkeit denken. Sehr überzeugend! Einziges Manko: Bei aller livehaftigen Dynamik vernachlässigen I Am Kloot mit wenigen Ausnahmen ihre akustische Seite.
Volkard Steinbach