JENNY LEWIS
Acid Tongue
Beggars / Indigo

Man kennt Jenny Lewis als Sängerin der Band Rilo Kiley, die mit ihrem zwar hübschen, manchmal aber auch reichlich glatten Gitarrenpop in den USA ziemlich erfolgreich ist. Mutiger klingt die Wahl-Kalifornierin auf ihren Soloalben, bei denen sie von viel Prominenz unterstützt wird. Auf dem Debüt "Rabbit Fur Coat" gastierten unter anderen Connor Oberst und Death Cab For Cuties Ben Gibbard. Bei "Acid Tongue" sind Chris Robinson (Black Crowes), M. Ward, Benji Hughes, Paz Lechantin (A Perfect Circle), Jason Ladder und niemand Geringerer als Elvis Costello mit von der Partie. Letzterer singt mit Jenny das spritzige "Carpetbaggers". So vielfältig wie die Gästeliste sind auch die pointiert geschriebenen und getexteten Songs. Ganz gleich, ob mit Gitarren, Piano und Streichern arrangierte Storyteller-Balladen, knarziger Rock im 70er-Stil wie das fast neunminütige "Next Messiah", Lennon-Verwandtes, Motown-Soul, flotter countryesker Pop oder R&B, Jenny Lewis hat einfach alles drauf. Respekt!
Volkard Steinbach