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LUCINDA WILLIAMS
Little Honey Lost Highway / Universal
| Mit einem verpatzten Einsatz beginnt Lucinda Williams ihr neues Album. Warum nicht? Für polierte Country-Klänge sind andere zuständig. Beim zweiten Anlauf rollt er dann los, der erdige, schwer pumpende Rocker "Real Love", den sie zusammen mit ihrer Tourband Buick 6 so rustikal authentisch in Szene setzt, als würde sie in einer texanischen Bar aufspielen. Nach der bitteren Abrechnung mit dem Ex auf dem letzten Album "West" singt sie nun von wahrer Liebe und "Tears Of Joy". Selbst vor Country-Kitsch wie in "Jailhouse Tears"- ein Duett mit Elvis Costello - schreckt sich nicht zurück. Dass ihre rauchzarte Stimme manchmal brüchig klingt, stört auch nicht. Im Gegenteil: Das Ungeschminkte passt vorzüglich zum Folkrock im Walzertakt, zu kargen Balladen, rauem knarzigem Hillbilly-Rock'n'Roll, kauzigen Country-Stompern und zum Heulen schönen Country-Weisen. Zum Abschluss eines prima Albums gönnt Lucinda Williams sich noch eine fiebrige Version vom AC/DC-Klassiker "Long Way To The Top". Ganz stark das! Volkard Steinbach |