THE ROOTS
Rising Down
Def Jam / Universal

Oha, was sind die Roots politisch geworden. So wurde das neue Werk der Hip Hop-Band in Amerika extra am 29. April veröffentlicht - dem 16. Jahrestag der L.A.-Riots. Musikalisch schließt es nahtlos ans ruppige Vorgängeralbum "Game Theory" an: Hier wird der unversöhnliche Geist von Public Enemy mit verzerrten Lautsprecher-Raps, Störgeräuschen und Rumpel-Drums wiedererweckt. Wer das jazzig-jammende Frühwerk der Roots oder gar ihren Gassenhauer "The Seed (2.0)" schätzt, wird enttäuscht sein. Denn der Groove steht hier ganz im Dienste grollend gerappter Sozialkritik - und kommt dabei oft zu kurz. Ganz am Schluss überraschen die Philly-Brüder dann mit einem Liebeslied ("Birthday Girl"), das eher nach Jack Johnson in der Hängematte, als nach Polit-Rap klingt. Und das tut nach soviel geballter Wut richtig gut...
Frank Krings