SIGUR ROS
Med Sud I Eyrum Vid Spilum Endalaust
Emi

Das 5. Album der isländischen Klangmaler wartet mit Neuerungen auf. So kann man manche Stücke durchaus als Songs bezeichnen. Und: Zu Beginn des Albums herrscht beinahe eine ausgelassene Atmosphäre! Mag sein, dass einige der Aufnahmeorte - Sigur Rós haben erstmals auch außerhalb von Island Studios gebucht - stimmungsaufhellend gewirkt haben. So könnten der verspielte Gesang, die Taktverschiebungen, der wirbelnde Flamenco-Rhythmus von "Gobbledigook" von Havanna inspiriert sein und die fragilen Akustikgitarren- und introspektiven Piano-Skizzen ein Einfluss von Londons ehrwürdigen "Abbey Road Studios" sein. Aber ganz gleich, an welchen Orten die Musik entstanden ist - Sigur Rós klingen zerbrechlicher als gewohnt und mehr im Stil ihrer Unplugged-Auftritte, die für die DVD "Heima" gefilmt wurden. Daneben findet sich aber auch Vertrautes, Jon Thor Birgissons Chorknabengesang etwa und opulent mit Chören, Bläsern und Streichern errichtete Klangkathedralen, die immer dann beeindrucken, wenn sie mit Passagen kontrastieren, in denen die Musik nicht mehr ist als ein leises Atmen.
Volkard Steinbach