THE VERVE
Forth
Virgin / Emi

Die kam ziemlich überraschend, die Reunion von The Verve. Immerhin war die Band, die in den 90ern zum Besten gehörte, was britischer Pop zu bieten hatte, 1999 im Streit auseinander gegangen. Die Solowerke der einzelnen Mitglieder waren dann weniger gelungen, auch wenn die drei Alben des Sängers Richard Ashcroft viele Qualitäten zeigten, vor allem sein Faible für bittersüße Melancholie und opulente Pophymnen. Die finden sich nun geballt auf dem Comeback-Album "Forth", doch diesmal wieder im Zusammenspiel mit der vielschichtigen Gitarrenarbeit von Nick McCabe, der in den meist episch langen Songs mit trefflichen Titeln wie "Valium Skies" oder "Love Is Noise" zur Höchstform aufläuft. Seine Gitarre baut Klangkathedralen, lärmt, säuselt und flirrt wie ein Bienenschwarm, setzt Akzente mit spacigen Feedbacks und verwandelt Ashcrofts schwüles Pathos in rauschhafte Stimmungen. Von schwärmerischen Balladen mit üppigen Streichern und Pianos bis zu psychedelischem Pop und dunklem Postpunk liefern The Verve hier ein verblüffend frisch klingendes Best-Of des Brit-Pops der 90er. Nach dem Klassiker "Urban Hymns" das beste Album der Briten!
Volkard Steinbach