PAUL WELLER
22 Dreams
Island / Universal

Von wegen Altherrenrocker. Zum 50sten Geburtstag gönnt sich Paul Weller einen musikalischen Gemischtwarenladen wie zu Style Council-Zeiten. Gleich der fulminante Opener "Light Nights" mit omnipräsenter Sitar lässt vermuten, dass es hier nicht um Weller-as-usual geht. Der Titeltrack weckt mit fanfarenartigen Bläsern Erinnerungen an späte Jam oder Style Council, später gönnt man sich noch Bossa Nova-Songs, Orchester-Instrumentals, gar eine Hommage an Alice Coltrane, selbstverständlich Soul in diversen Schattierungen und viel späte Beatles. Deren "White Album" scheint in Sachen Vielfalt hier die Blaupause zu sein. Was auch heißt, dass nicht alles gelungen ist. Aber was zählt, ist die ungebrochene Neugier. Bleibt noch zu erwähnen, dass so unterschiedliche Musiker wie Noel Gallagher und Robert Wyatt als Freunde und Gäste mitwirken. Ja, unser Jubilar besitzt halt großes Integrationspotential...
Johnny Lipps