DOVES
Kingdom Of Rust
Heavenly / Emi

Drei Jahre haben Jimi Goodwin und die Zwillinge Jez und Andy Williams im eigenen Studio an ihrem vierten Studioalbum herumgeschraubt. Mehr als hundert Songs sollen dabei entstanden sein, doch nur elf befanden die drei Perfektionisten für gut genug, um veröffentlicht zu werden. Bei aller Sorgfalt, die Vielschichtigkeit und Tiefe des Meisterwerks "The Last Broadcast" erreicht "Kingdom Of Rust" nicht, wenngleich das Album durchaus gelungen ist und auch wieder einige bittersüße Songs kredenzt, die passionierte Melancholiker auf dem letzten Werk so schmerzlich vermisst hatten. Mit "Outsiders" und "Compulsion" liefern Doves Reminiszenzen an den Madchester-Rave der frühen 90er, dazu gibt's breitwandigen Britpop, der keinen Vergleich mit den gefühlstrunkenen Coldplay zu scheuen braucht. Die Höhepunkte des Albums kommen schon zu Beginn mit der psychedelischen Pop-Hymne "Jetstream" und dem unglaublichen zu Kopfe steigenden Titelstück, dessen an Lee Hazlewood erinnernde Spaghetti-Western-Melodie das Zeug zum Klassiker hat.
Volkard Steinbach