EDITORS
In This Light And On This Evening
Kitchenware Records / Pias

Zwar haben die Editors nach zwei sehr erfolgreichen Alben ihre Gitarren nicht komplett eingemottet, aber daß die Band aus Birmingham bis vor kurzem als beschwörend dunkle Gitarren-Wave-Institution gefeiert wurde, hört man dem 3. Album nicht an. Vom bedrohlichen, effektvoll opulenten Titelstück bis zum in Melancholie schwelgenden Finale bestimmen antike 80er-Synthies, Sequenzer, Drum-Machines und Loops den dichten Sound, dessen elektronisches Surren und Brummen den Lärm Londons widerspiegeln soll. Wurde das Quartett wegen seiner machtvollen Postpunk-Hymnen bislang mit britischen 80er-Bands wie Echo & The Bunnymen oder Joy Division verglichen, heißen die Assoziationen, die sich bei den überwiegend düster gefärbten Electropop-Dramen, Disco-Wave-Nummern und Geräuschexperimenten jetzt aufdrängen, New Order, Heaven 17, John Foxx und frühe Simple Minds. An diese Veränderung muss sich der Editors-Fan erst noch gewöhnen, was auch deshalb schwer fällt, weil es der Band diesmal an guten Songs mangelt.
Volkard Steinbach