|
EMINEM
The Relapse Interscope / Universal
| Als der blondierte Schlaks vor zehn Jahren mit dem fröhlichen Piano-Schunkler "My Name Is" um die Ecke kam, da horchte nicht nur die Hip Hop-Szene auf. Wieso förderte ausgerechnet Dr. Dre diesen Freak mit dem Hang zur peinlichen Selbstoffenbarung? Heute wissen wir warum. Und sein ersehntes Comeback dürfte 2009 auch endlich mal wieder die Kasse eines Majors klingeln lassen. Die erste Single "We Made You" ist eine revuehafte, gefällige Promi-Verarsche. Schön, dass Eminem also trotz Drogenentzug seinen garstigen Humor nicht verlernt hat. Auch die psychologisierende Nabelschau kommt in Tracks wie dem resignierten "My Mom" nicht zu kurz. An Dr. Dres barocken Breitwand-Produktionen gibt's wie erwartet nix zu meckern. Nur, dass dieses Album genauso auch von 2001 sein könnte ... das ist für einen Künstler mit dem Ruf der Unberechenbarkeit nicht sehr schmeichelhaft. Solides Comeback eines Rappers, der immer mehr als solide sein wollte. Frank Krings |