EMPIRE OF THE SUN
Walking On A Dream
Emi

Auch das waren die 80er: Fußgängerzonen, die Samstagnachmittags um 14.30 Uhr aussterben ... und bis zur Sportschau ist's noch lang. Genau diese Langeweile-Stimmung trifft dieses Album. Klar, jeder redet von Dream-Pop, tollem Hippie-Zeugs, 80s-Electro. Und wirklich hat Sänger Luke Steele eine starke Ähnlichkeit mit MGMTs Andrew van Wyngarden, doch die Songs sind aus einer anderen Dimension. Man kann eigentlich keinen hervorheben, denn das Unheimliche an dieser Platte ist, dass trotz aller Poppigkeit der Melodien auch nach dem dritten Hören keine einzige davon hängen bleibt. Genial! Und erschreckend. Teflon-Pop muss man wohl dieses retrograde Nichts von Platte nennen. All die musikalischen Verweise, die trocken gezupften Gitarren, die schmierigen Synthies, der Falsettgesang im Wechsel mit verhalltem Bariton-Crooning, verweisen nur auf ein großes Nichts. Oder doch auf den Samstagnachmittag irgendwo in Deutschland, irgendwann in den 80ern.
Karl Koch