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KISSOGRAM
Rubber & Meat Louisville Records / Roadrunner
| Der kalte Dandy der Großstadt: Diesen Gestus kultivieren die Berliner Kissogram nun schon auf dem dritten Album. Und ihre Vision dessen, was nächtliches Großstadtleben musikalisch und textlich bedeutet, war selten so geschlossen. Regennass tropfen die Beats, Elektronik ist nur noch ein Bestandteil des Sounds, stattdessen scheinen Ikonen der Vergangenheit auf. Vom Tom Waits-Gerumpel über - na, so ein Zufall - 70er Jahre-Bowie, über Depeche Mode bis Velvet Underground, die im tollen "Prominent Man" auf fiesen Kirmes-Techno und Akkordeon treffen und einen unwiderstehlichen Kopfnicker-Stomper ergeben. Oder "Lucy": Ein Kinderreim, wie ihn Leonard Cohen nicht verachtet hätte, über brachialen Garagen-Drums und verstimmten Synthies, ergeben einen Tiefgaragen - Drogendealer - Soundtrack, der jedem 70er-Tatort-Remake bestens zu Gesicht stünde. Da ist es sicher kein Zufall, dass Kissogram derzeit mit ihren Nachtschwärmer-Brüdern im Geiste Franz Ferdinand durch Europa touren. Karl Koch
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