THE PRODIGY
Invaders Must Die
Vertigo / Universal

Jede Generation braucht ihre eigenen AC/DC. Die mittleren Neunziger hatten The Prodigy. Und vom Start weg zeigen die wiedervereinigten Liam Howlett, Keith Flint und Maxim, was ihren Sound ausmacht. Nachdem sich eine Basslinie gedämpft, aber bedrohlich aufgebaut hat, reißt plötzlich ein riesiger weißer Hai das Maul auf und man wird vom einem heißen, übelriechenden Rülpser aus Lärm hinweggespült. Da sind sie wieder, die brachialen Breakbeats, die bösen Basslinien, das parolenhafte Geshoute, die bratzigen Gitarrensamples, die Reggae-Stimmen. Liam Howlett musste wohl auf seinen Maschinen einfach nur die Presets von damals aufrufen und schon rockt das Ding wieder höllisch. Natürlich ermüdet der ständige Vollalarm auf Albumlänge. Aber auch hier gilt, wie auch für AC/DC: Nur das Immergleiche ist für die Fans genau das Richtige.
Karl Koch